NaturReise

Schmeiß‘ den Bulli an!

Schmeiß' den Bulli an!

Nachdem wir unseren Bulli gefunden, gekauft und ausgebaut hatten, stand nun die Abfahrt aus Belo Horizonte und der wahre Beginn unseres Abenteuers bevor.

Am Morgen des 08. März 2018 ging es also los. Wir fuhren den Bulli durch das Hoftor und luden draußen den Dachgepäckträger mit Solarpanel und Wassertank auf. Der hätte nämlich auf dem Bulli nicht durchs Tor gepasst.

Wir füllten den Wassertank auf und befestigten alle vier Füße des Dachgepäckträgers mit Sicherheitsmuttern – ein Fehler wie sich später herausstellte.

Unsere Route ging nach Westen und unser erster Zwischenstopp war Divinópolis. Dort kauften wir im Supermarkt noch ein paar Lebensmittel, während der Motor abkühlen konnte. Als wir den Einkauf ins Auto einladen wollten ließ sich die Schiebetür nicht mehr öffnen! Der Dachgepäckträger hatte sich noch etwas gesetzt und die Befestigung des Fußes war vor die obere Kante der Schiebetür gerutscht. Einen Hammer hatten wir natürlich nicht eingepackt und so blieb nur, die Mutter mit einem Stück einer Metallsäge aufzusägen. Zwei Stunden später hatten wir endlich geschafft, die Mutter zu entfernen und durch eine normale zu ersetzen.

Danach fuhren wir weiter bis wir kurz nach Formiga einen Übernachtungsplatz in einem ruhigen Viertel am Stausee fanden. Auf dem Weg besorgten wir noch etwas Benzin für den Kocher, sodass wir unser erstes Abendessen im Bulli warm genießen konnten.

Auf den letzten Kilometern flogen zwei Tukane über die Straße – ein Highlight für Matthias.

Nach dem Frühstück am nächsten morgen sichteten wir bei einem Spaziergang noch einige Papageien, ein weiteres Highlight für Matthias.

Marina machte erste Erfahrungen auf einer Erdstraße und fuhr uns nach Capitólio. Der Ort selbst war auf den ersten Blick eher unspektakulär, weshalb wir bald weiter fuhren.

Durch ein Missverständnis fuhr Matthias nach dem Mittagessen auf den Morro do Chapeú, was eine extrem schwierige Off-Road-Strecke war und eine Herausforderung für den Bulli, Marinas Nerven und Matthias’ Fahrkünste darstellte.

Belohnt wurden wir dafür mit einem wunderschönen Ausblick und leider auch mit einem gebrochenen Stabilisator am Bulli auf dem Weg nach unten.

Weiter ging es wieder über geteerte Straßen zum Aussichtspunkt über den Canyon bei Kilometer 312 der MG-050 und nach dem schweißtreibenden Off-Road-Erlebnis einem kühlen Bad im Wasserfall Cascatinha.

Leider wurde es schon dunkel und wir hatten noch keinen Platz zum Schlafen gefunden, sodass wir weiter suchten, bis wir in Pratápolis hinter dem Rathaus zwischen zwei Schulbussen einen Platz für die Nacht fanden – leider in ziemlicher Schräglage und von einigen lauten Kneipen umgeben.

Nach einer weniger guten Nacht brachen wir auf nach Cássia, einem netten kleinen Städchen. Am Ortseingang war ein Wasserfall dargestellt, wodurch wir Lust bekamen auch einen zu Sehen – leider ein Trugschluss, weil sich kein Wasserfall in der Nähe befand.

Wir wurden weiter geschickt nach Ibiraci, wo wir allerdings auch keinen Wasserfall fanden. Wir fuhren weiter auf einer landschaftlich wunderschönen Strecke bis zum Ort Pedregulho, wo wir unser Nachtlager in einer Kaffeeplantage aufschlugen.

Das Leben hat sich auf einen Schlag sehr deutlich verändert – aber wir sind mit unseren 6 qm sehr zufrieden. Der Ausbau erweist sich als praktisch und gut durchdacht. Die elektrische Anlage funktioniert einwandfrei und die Solaranlage liefert genug Strom. Lediglich der Wassertank braucht noch mal ein bisschen Liebe, weil er an einer Dichtung undicht ist und unser Wasser leider ausläuft.

Uns gefällt das Leben hier in unserem Bulli soweit gut, der größte Negativpunkt ist die tägliche Suche nach einem Schlafplatz. Wir werden uns daran gewöhnen müssen…

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