NaturReise

Ein Leben zum daran gewöhnen!

Ein Leben zum daran gewöhnen!

Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht in der Kaffeeplantage wachten wir frühmorgens auf, weil es deutlich abgekühlt war über Nacht. Nachdem wir uns eingekuschelt hatten schliefen wir wieder ein und wachten erst gegen 10 Uhr wieder auf!
Während wir die schöne Landschaft genossen kochten wir uns Kaffee und bereiteten das Frühstück zu. Irgendwie lustig Kaffee in der Kaffeeplantage zu kochen!

Weiter ging es nach Rifaina, einem kleinen Touristenort mit Strand und Palmen am Stausee. Wir machten Scherze darüber, dass Minas Gerais keinen Meeresstrand hatte und deshalb ein Stausee dafür herhalten musste, bis wir feststellten, dass wir seit der vorherigen Nacht im Bundesstaat São Paolo waren.
Wir genossen das gute Wetter und die Urlaubsstimmung unter den Palmen am Strand, bevor wir einen Platz zum Kochen und Duschen suchten.

Hier haben wir leider keine Feldwege gefunden, sondern fast nur private Wege. Deshalb fanden wir leider keinen Platz in der Natur, sondern nur in einem noch leeren Neubaugebiet in Igarapava, wo wir unsere Mittagspause verbrachten und mit dem in der Sonne aufgewärmten Wasser aus unserem Wassertank duschten. Unsere “Duschkabine” müssen wir noch fertig machen, deshalb bisher in Badehose bzw. Bikini.

Eigentlich hatten wir geplant, in dem Dorf Delta, wieder in Minas Gerais, zu übernachten. Dieses stellte sich aber als so arm heraus, dass wir uns nicht mehr sicher waren ob das eine gute Idee war. Deshalb fuhren wir weiter nach Uberaba und verbrachten die Nacht vor der Polizeistation. Die Polizisten waren zwar nett und hilfsbereit, aber an der Polizeistation war es die ganze Nacht laut und aus der Nachbarschaft dröhnte Funkmusik.

Nach dieser schlaflosen Nacht in Uberaba setzten wir die Fahrt nach Uberlândia fort und dann weiter nach Tupaciguara. Am Straßenrand sahen wir ein Gürteltier, ein “Tatu”. Leider hatten wir die Kamera nicht zur Hand!

In Tupaciguara wollten wir den Wasserfall des Rio Bonito anschauen und kletterten durch den Zaun um zum Wasserfall zu kommen. Vor uns stürzte der Bach in die Tiefe. Leider konnten wir von oben von keiner Position einen schönen Blick erhaschen und außerdem hatten wir die Speicherkarte der Kamera im Auto vergessen. Matthias begeisterte sich für große goldfarbene Ameisen und deshalb liefen wir die ca. 100m zurück zum Auto um die Speicherkarte zu holen. Als wir zurück kamen starrten wir überrascht einer ganzen Kuhherde in die Augen die hier oberhalb des Wasserfalls ihre Weide hatten, sodass wir uns nicht mehr zum Wasserfall trauten.

Wir fuhren weiter um vielleicht noch einen anderen Zugang zum Rio Bonito zu finden und kamen an den Rio Araguari. Ein Angler präsentierte uns auf der Brücke stolz seinen großen Fisch den er gerade gefangen hatte. Nachdem wir ein bisschen an den Fluss spaziert waren und ein paar Affen gesehen hatten fuhren wir zurück nach Tupaguaraci wo wir unseren Stellplatz für die Nacht auf dem bewachten Parkplatz des Rathauses fanden.

Früh ging es am nächsten morgen aus der Stadt raus ins nächste Feld um dort beim Frühstück den Sonnenaufgang zu genießen.

Marina wurde zum zweiten Mal von der Verkehrspolizei kontrolliert – bisher 2:0 für Marina. Die Polizisten waren überrascht über Marinas deutschen und internationalen Führerschein und unseren Innenausbau („Da ist ja ne ganze Wohnung drin!“)

Spontan änderten wir unsere Route zum Ort Cachoeira Dourada („Goldener Wasserfall), weil wir auf unserer Route nach Cuiabá ja auch was sehen wollten. Der Wasserfall nach dem der Ort benannt war, war allerdings inzwischen einem Staudamm gewichen. Dieser war in den 50’er Jahren im Zusammenhang mit dem Bau der Hauptstadt Brasilia erbaut worden um diese mit Strom zu versorgen. Die Mitarbeiter der Stadt begrüßten uns sehr herzlich und waren sehr an unserem Projekt unserer Südamerika-Reise interessiert. Sie stellten uns sogar einen Mitarbeiter zur Verfügung, um uns etwas von dem kleinen Städtchen zu zeigen und uns ein bisschen über die Geschichte zu erzählen.

Schade nur, dass die Thermalquellen, die Ponte de Pênsil und das Gelände, auf dem die Bauarbeiter des Wasserkraftwerkes wohnten inzwischen privatisiert sind. Damit und mit der Praia do Sol, dem wunderschönen Gelände am Rande des Stausees, hätte die Stadt viel kulturelles und touristisches Potenzial.

Für uns ist die Praia do Sol ein Geheimtipp! Ein ruhiges Plätzchen direkt am See unter Kokospalmen und Ingá-Bäumen. Ingá ist eine Frucht, die wir hier dank eines freundlichen Anwohners kennen lernten. Kaum konnten wir uns von diesem Städtchen trennen.

Erst spät am nächsten Tag setzen wir unseren Weg fort nach Quirinopolis. Dort versuchten wir über die Stadt wieder an Informationen zur Umgebung und an einen Stellplatz für die Nacht zu kommen. Leider waren wir dafür aber zu spät, weil die meisten Mitarbeiter schon im Feierabend waren. Die lokale Feuerwehr hieß uns aber in ihrem Gelände willkommen, sodass wir nach einem Abstecher zu einem der beiden künstlichen Seen der Stadt die nach auf dem Feuerwehrgelände verbrachten. Die Stadt konnte uns nicht viel bieten, weshalb wir den Weg nach Aparecida do Rio Doce fortsetzten. Der Ort war winzig und lebte allem Anschein nach vom Durchgangsverkehr der Schnellstraße.

Wir fanden einen Platz am Fluss wo wir in Ruhe kochen und essen konnten. Vielfach flogen große gelb-blaue Aras über uns hinweg und auch andere Vögel waren zu beobachten. Die Bäume im Ortskern waren von hunderten von Papageien bevölkert.

Matthias bekam einen der scheuen Aras vor die Kamera, aber nur aus der Ferne – leider haben wir nur das Standart-Objektiv für unsere Kamera und weder Weitwinkel noch Zoom weil das außerhalb des Reisebudgets lag.

Wir setzten unsere Reise nach Jataí fort, welches vor allem durch den aggressiven Straßenverkehr auffiel (wir wurden beim Versuch links abzubiegen von beiden Seiten gleichzeitig überholt auf einer einspurigen Landstraße).

Nachdem wir etwas Zeit am künstlichen Strand von Jataí verbracht hatten, ging es dann weiter nach Mineiros. Zu unserem Frust konnten wir aufgrund von Zeitdruck keinen Abstecher in den Parque Nacional das Emas machen (wir müssen rechtzeitig in Cuiabá sein um die Verwandtschaft dort zu treffen, die ein paar Tage Urlaub mit uns im Pantanal verbringt). „Emas“ (zu Deutsch: Nandus) sahen wir aber mehrfach in Feldern am Straßenrand.

Mineiros bot uns einen hübschen Wasserfall – eine willkommene Abkühlung bei den so heißen Temperaturen hier.

Nun haben wir schon 10 Tage in unserem Bus verbracht! Definitiv ein gewöhnungsbedürftiger Alltag – im Positiven wie im Negativen. Unser Bulli hält sich tapfer, sodass wir bald in Cuiabá ankommen werden. Ab dort wird unsere Reise etwas gemütlicher, weil wir nicht mehr so viele Kilometer am Tag fahren müssen.

Ein Gedanke zu „Ein Leben zum daran gewöhnen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.