Unser Innenausbau – Vlog 01

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Unser Innenausbau

Nachdem wir in den letzten Wochen vor allem über Facebook und Instagram von uns hören lassen haben, haben wir hier wieder ein kleines Update für euch!

Wir haben uns mal an einen Vlog heran getraut und stellen euch unseren Innenausbau vor! Insgesamt haben wir 2 Monate mit begrenztem Werkzeug von morgens bis abends gearbeitet – mit dem Ergebnis sind wir aber ziemlich zufrieden 🙂

Ein Leben zum daran gewöhnen!

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Ein Leben zum daran gewöhnen!

Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht in der Kaffeeplantage wachten wir frühmorgens auf, weil es deutlich abgekühlt war über Nacht. Nachdem wir uns eingekuschelt hatten schliefen wir wieder ein und wachten erst gegen 10 Uhr wieder auf!
Während wir die schöne Landschaft genossen kochten wir uns Kaffee und bereiteten das Frühstück zu. Irgendwie lustig Kaffee in der Kaffeeplantage zu kochen!

Weiter ging es nach Rifaina, einem kleinen Touristenort mit Strand und Palmen am Stausee. Wir machten Scherze darüber, dass Minas Gerais keinen Meeresstrand hatte und deshalb ein Stausee dafür herhalten musste, bis wir feststellten, dass wir seit der vorherigen Nacht im Bundesstaat São Paolo waren.
Wir genossen das gute Wetter und die Urlaubsstimmung unter den Palmen am Strand, bevor wir einen Platz zum Kochen und Duschen suchten.

Hier haben wir leider keine Feldwege gefunden, sondern fast nur private Wege. Deshalb fanden wir leider keinen Platz in der Natur, sondern nur in einem noch leeren Neubaugebiet in Igarapava, wo wir unsere Mittagspause verbrachten und mit dem in der Sonne aufgewärmten Wasser aus unserem Wassertank duschten. Unsere “Duschkabine” müssen wir noch fertig machen, deshalb bisher in Badehose bzw. Bikini.

Eigentlich hatten wir geplant, in dem Dorf Delta, wieder in Minas Gerais, zu übernachten. Dieses stellte sich aber als so arm heraus, dass wir uns nicht mehr sicher waren ob das eine gute Idee war. Deshalb fuhren wir weiter nach Uberaba und verbrachten die Nacht vor der Polizeistation. Die Polizisten waren zwar nett und hilfsbereit, aber an der Polizeistation war es die ganze Nacht laut und aus der Nachbarschaft dröhnte Funkmusik.

Nach dieser schlaflosen Nacht in Uberaba setzten wir die Fahrt nach Uberlândia fort und dann weiter nach Tupaciguara. Am Straßenrand sahen wir ein Gürteltier, ein “Tatu”. Leider hatten wir die Kamera nicht zur Hand!

In Tupaciguara wollten wir den Wasserfall des Rio Bonito anschauen und kletterten durch den Zaun um zum Wasserfall zu kommen. Vor uns stürzte der Bach in die Tiefe. Leider konnten wir von oben von keiner Position einen schönen Blick erhaschen und außerdem hatten wir die Speicherkarte der Kamera im Auto vergessen. Matthias begeisterte sich für große goldfarbene Ameisen und deshalb liefen wir die ca. 100m zurück zum Auto um die Speicherkarte zu holen. Als wir zurück kamen starrten wir überrascht einer ganzen Kuhherde in die Augen die hier oberhalb des Wasserfalls ihre Weide hatten, sodass wir uns nicht mehr zum Wasserfall trauten.

Wir fuhren weiter um vielleicht noch einen anderen Zugang zum Rio Bonito zu finden und kamen an den Rio Araguari. Ein Angler präsentierte uns auf der Brücke stolz seinen großen Fisch den er gerade gefangen hatte. Nachdem wir ein bisschen an den Fluss spaziert waren und ein paar Affen gesehen hatten fuhren wir zurück nach Tupaguaraci wo wir unseren Stellplatz für die Nacht auf dem bewachten Parkplatz des Rathauses fanden.

Früh ging es am nächsten morgen aus der Stadt raus ins nächste Feld um dort beim Frühstück den Sonnenaufgang zu genießen.

Marina wurde zum zweiten Mal von der Verkehrspolizei kontrolliert – bisher 2:0 für Marina. Die Polizisten waren überrascht über Marinas deutschen und internationalen Führerschein und unseren Innenausbau („Da ist ja ne ganze Wohnung drin!“)

Spontan änderten wir unsere Route zum Ort Cachoeira Dourada („Goldener Wasserfall), weil wir auf unserer Route nach Cuiabá ja auch was sehen wollten. Der Wasserfall nach dem der Ort benannt war, war allerdings inzwischen einem Staudamm gewichen. Dieser war in den 50’er Jahren im Zusammenhang mit dem Bau der Hauptstadt Brasilia erbaut worden um diese mit Strom zu versorgen. Die Mitarbeiter der Stadt begrüßten uns sehr herzlich und waren sehr an unserem Projekt unserer Südamerika-Reise interessiert. Sie stellten uns sogar einen Mitarbeiter zur Verfügung, um uns etwas von dem kleinen Städtchen zu zeigen und uns ein bisschen über die Geschichte zu erzählen.

Schade nur, dass die Thermalquellen, die Ponte de Pênsil und das Gelände, auf dem die Bauarbeiter des Wasserkraftwerkes wohnten inzwischen privatisiert sind. Damit und mit der Praia do Sol, dem wunderschönen Gelände am Rande des Stausees, hätte die Stadt viel kulturelles und touristisches Potenzial.

Für uns ist die Praia do Sol ein Geheimtipp! Ein ruhiges Plätzchen direkt am See unter Kokospalmen und Ingá-Bäumen. Ingá ist eine Frucht, die wir hier dank eines freundlichen Anwohners kennen lernten. Kaum konnten wir uns von diesem Städtchen trennen.

Erst spät am nächsten Tag setzen wir unseren Weg fort nach Quirinopolis. Dort versuchten wir über die Stadt wieder an Informationen zur Umgebung und an einen Stellplatz für die Nacht zu kommen. Leider waren wir dafür aber zu spät, weil die meisten Mitarbeiter schon im Feierabend waren. Die lokale Feuerwehr hieß uns aber in ihrem Gelände willkommen, sodass wir nach einem Abstecher zu einem der beiden künstlichen Seen der Stadt die nach auf dem Feuerwehrgelände verbrachten. Die Stadt konnte uns nicht viel bieten, weshalb wir den Weg nach Aparecida do Rio Doce fortsetzten. Der Ort war winzig und lebte allem Anschein nach vom Durchgangsverkehr der Schnellstraße.

Wir fanden einen Platz am Fluss wo wir in Ruhe kochen und essen konnten. Vielfach flogen große gelb-blaue Aras über uns hinweg und auch andere Vögel waren zu beobachten. Die Bäume im Ortskern waren von hunderten von Papageien bevölkert.

Matthias bekam einen der scheuen Aras vor die Kamera, aber nur aus der Ferne – leider haben wir nur das Standart-Objektiv für unsere Kamera und weder Weitwinkel noch Zoom weil das außerhalb des Reisebudgets lag.

Wir setzten unsere Reise nach Jataí fort, welches vor allem durch den aggressiven Straßenverkehr auffiel (wir wurden beim Versuch links abzubiegen von beiden Seiten gleichzeitig überholt auf einer einspurigen Landstraße).

Nachdem wir etwas Zeit am künstlichen Strand von Jataí verbracht hatten, ging es dann weiter nach Mineiros. Zu unserem Frust konnten wir aufgrund von Zeitdruck keinen Abstecher in den Parque Nacional das Emas machen (wir müssen rechtzeitig in Cuiabá sein um die Verwandtschaft dort zu treffen, die ein paar Tage Urlaub mit uns im Pantanal verbringt). „Emas“ (zu Deutsch: Nandus) sahen wir aber mehrfach in Feldern am Straßenrand.

Mineiros bot uns einen hübschen Wasserfall – eine willkommene Abkühlung bei den so heißen Temperaturen hier.

Nun haben wir schon 10 Tage in unserem Bus verbracht! Definitiv ein gewöhnungsbedürftiger Alltag – im Positiven wie im Negativen. Unser Bulli hält sich tapfer, sodass wir bald in Cuiabá ankommen werden. Ab dort wird unsere Reise etwas gemütlicher, weil wir nicht mehr so viele Kilometer am Tag fahren müssen.

Schmeiß‘ den Bulli an!

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Schmeiß' den Bulli an!

Nachdem wir unseren Bulli gefunden, gekauft und ausgebaut hatten, stand nun die Abfahrt aus Belo Horizonte und der wahre Beginn unseres Abenteuers bevor.

Am Morgen des 08. März 2018 ging es also los. Wir fuhren den Bulli durch das Hoftor und luden draußen den Dachgepäckträger mit Solarpanel und Wassertank auf. Der hätte nämlich auf dem Bulli nicht durchs Tor gepasst.

Wir füllten den Wassertank auf und befestigten alle vier Füße des Dachgepäckträgers mit Sicherheitsmuttern – ein Fehler wie sich später herausstellte.

Unsere Route ging nach Westen und unser erster Zwischenstopp war Divinópolis. Dort kauften wir im Supermarkt noch ein paar Lebensmittel, während der Motor abkühlen konnte. Als wir den Einkauf ins Auto einladen wollten ließ sich die Schiebetür nicht mehr öffnen! Der Dachgepäckträger hatte sich noch etwas gesetzt und die Befestigung des Fußes war vor die obere Kante der Schiebetür gerutscht. Einen Hammer hatten wir natürlich nicht eingepackt und so blieb nur, die Mutter mit einem Stück einer Metallsäge aufzusägen. Zwei Stunden später hatten wir endlich geschafft, die Mutter zu entfernen und durch eine normale zu ersetzen.

Danach fuhren wir weiter bis wir kurz nach Formiga einen Übernachtungsplatz in einem ruhigen Viertel am Stausee fanden. Auf dem Weg besorgten wir noch etwas Benzin für den Kocher, sodass wir unser erstes Abendessen im Bulli warm genießen konnten.

Auf den letzten Kilometern flogen zwei Tukane über die Straße – ein Highlight für Matthias.

Nach dem Frühstück am nächsten morgen sichteten wir bei einem Spaziergang noch einige Papageien, ein weiteres Highlight für Matthias.

Marina machte erste Erfahrungen auf einer Erdstraße und fuhr uns nach Capitólio. Der Ort selbst war auf den ersten Blick eher unspektakulär, weshalb wir bald weiter fuhren.

Durch ein Missverständnis fuhr Matthias nach dem Mittagessen auf den Morro do Chapeú, was eine extrem schwierige Off-Road-Strecke war und eine Herausforderung für den Bulli, Marinas Nerven und Matthias’ Fahrkünste darstellte.

Belohnt wurden wir dafür mit einem wunderschönen Ausblick und leider auch mit einem gebrochenen Stabilisator am Bulli auf dem Weg nach unten.

Weiter ging es wieder über geteerte Straßen zum Aussichtspunkt über den Canyon bei Kilometer 312 der MG-050 und nach dem schweißtreibenden Off-Road-Erlebnis einem kühlen Bad im Wasserfall Cascatinha.

Leider wurde es schon dunkel und wir hatten noch keinen Platz zum Schlafen gefunden, sodass wir weiter suchten, bis wir in Pratápolis hinter dem Rathaus zwischen zwei Schulbussen einen Platz für die Nacht fanden – leider in ziemlicher Schräglage und von einigen lauten Kneipen umgeben.

Nach einer weniger guten Nacht brachen wir auf nach Cássia, einem netten kleinen Städchen. Am Ortseingang war ein Wasserfall dargestellt, wodurch wir Lust bekamen auch einen zu Sehen – leider ein Trugschluss, weil sich kein Wasserfall in der Nähe befand.

Wir wurden weiter geschickt nach Ibiraci, wo wir allerdings auch keinen Wasserfall fanden. Wir fuhren weiter auf einer landschaftlich wunderschönen Strecke bis zum Ort Pedregulho, wo wir unser Nachtlager in einer Kaffeeplantage aufschlugen.

Das Leben hat sich auf einen Schlag sehr deutlich verändert – aber wir sind mit unseren 6 qm sehr zufrieden. Der Ausbau erweist sich als praktisch und gut durchdacht. Die elektrische Anlage funktioniert einwandfrei und die Solaranlage liefert genug Strom. Lediglich der Wassertank braucht noch mal ein bisschen Liebe, weil er an einer Dichtung undicht ist und unser Wasser leider ausläuft.

Uns gefällt das Leben hier in unserem Bulli soweit gut, der größte Negativpunkt ist die tägliche Suche nach einem Schlafplatz. Wir werden uns daran gewöhnen müssen…

Alltag Stopp – Abenteuer Start!

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Alltag Stopp - Abenteuer Start!

Wie lange haben wir auf diesen Augenblick hingearbeitet! Und am Ende ging es alles doch so schnell!

Jobs gekündigt! Wohnung gekündigt! Alles Hab und Gut bei den (Schwieger-)Eltern untergestellt.

Und dann war er da, der Tag, an dem wir Deutschland auf zunächst unbestimmte Zeit verlassen sollten!

Gerade hatte es das erste mal in diesem Winter geschneit und es wurde langsam kalt im guten alten Deutschland – wir hatten allerdings Lust auf Sonne!

Unser Plan: nach Brasilien (Marinas Heimat) zu fliegen einen Bulli kaufen und zum Camper umzubauen. Dann einfach der Nase nach – bleiben wo es uns gefällt, weiter ziehen wenn uns ein Ort nicht reizt. Eigentlich ist Teil unserer Einstellung Flüge zu vermeiden – eine Schiffsüberfahrt nach Brasilien konnten wir uns aber dann doch nicht vorstellen.

Dafür hatten wir natürlich schon recherchiert, was wir aus Deutschland mitnehmen sollten und was wir vor Ort kaufen konnten. Erstaunlicherweise gab es einiges was in Deutschland billiger war.

Dementsprechend hatten wir reichlich Gepäck dabei auf dem Weg zum Flughafen.

Wir hatten bereits vor mehreren Monaten ein günstiges Flugticket geschossen. Der Flug ging von Straßburg (Frankreich) mit Zwischenstopps in Casablanca (Marokko) und Rio de Janeiro (Brasilien) nach Belo Horizonte (Brasilien), unserem vorläufigen Ziel.

Eigentlich sollten jeweils 2 Stunden Umstiegszeit dazwischen liegen. Zu unserem Pech wurden die Flugzeiten des zweiten Flugs geändert, sodass wir am Ende jeweils eine Übernachtung an den Zwischenstopps einplanen mussten. Trotzdem blieb leider keine Zeit Casablanca oder Rio de Janeiro zu besichtigen was sehr schade war.

Als wir unser Gepäck in Rio für den nationalen Weiterflug abholten waren wir sehr erleichtert dass alles vollständig und unversehrt angekommen war.

In Belo Horizonte angekommen holte uns Marinas Bruder vom Flughafen ab und wir konnten uns ausruhen!

Das Wiedersehen mit Freunden und Familie war sehr herzlich.

Dass es bewölkt war fanden wir zwar schade – da sich unsere Haut (insbesondere die von Matthias) aber erst an die Sonne gewöhnen musste war es am Ende vielleicht besser so. Die 25°C waren nach Schnee und Eis in Deutschland aber eine Wohltat.

Jetzt heißt es erst einmal von der Reise ausruhen!

Ab morgen werden wir unsere mobile Wohnung für die nächste Zeit suchen – wünscht uns Erfolg damit wir bald einen guten Bulli finden!